Kategorien: Finanzen im Ruhestand
Geld aus Ablauf von Versicherung
für den Ruhestand neu anlegen
Kapitallebensversicherungen gehören für die Deutschen seit jeher zur Altersvorsorge. Im Durchschnitt überweisen die Versicherungsunternehmen jeden Tag mehrere Millionen Euro an Kunden, deren Policen abgelaufen sind. Viele dieser Kunden befinden sich im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, und stehen nun vor der Aufgabe, das ausgezahlte Kapital neu anzulegen.
„Wie baue ich mir wirksam und nachhaltig ein attraktives finanzielles Zusatzpolster auf? Welche Gestaltungsmöglichkeiten bietet eine Kapitalverrentung über eine Rentenversicherung als Sofortrente oder ist ein privater Entnahmeplan über ein Bankonto die bessere Alternative? Wie wichtig ist für mich die Vererbbarkeit von Vermögen außerhalb des Familienkreises? Was muss ich bei den verschiedenen Anlagestrategien in steuerlicher Hinsicht beachten? Und wie lange sollte die Zusatzrente reichen?“
Dies sind exemplarisch Fragen, auf die Sie Antworten finden sollten.
Eine interessante Lösung, das Geld aus dem Ablauf einer Versicherung für den Ruhestand wieder neu anzulegen und ein laufendes Zusatzeinkommen zu erreichen, stellt ein Entnahmeplan dar. Bei der Aufstellung eines solchen Entnahmeplans gibt es zwei Varianten:
Kapitalverrentung mit Kapitalverzehr:
Bei dieser Art Auszahlungsplan wird zu Beginn festgelegt, wie lange regelmäßige Auszahlungen erfolgen sollen. Das in den Plan eingezahlte Kapital samt den jeweils erwirtschafteten Kurs- und Zinsgewinnen werden dann ratierlich über den festgelegten Zeitraum ausgezahlt. Bei einem Anlagebetrag von z.B. 100.000 Euro, einer angenommenen realen Rendite von durchschnittlich drei Prozent nach Kosten könnten somit rund 560 Euro über eine Dauer von 20 Jahren entnommen werden.
Auszahlungsplan ohne Kapitalverzehr:
Hier werden nur die im Anlagezeitraum angefallenen Kurs- und Zinsgewinne ausgezahlt, während das Basiskapital nicht angerührt wird. Auf diese Weise kann über einen Auszahlungsplan quasi eine so genannte ewige Rente gezahlt werden ohne dass das angelegte Kapital jemals aufgebraucht wird.
Wenn man beide Varianten vergleicht, wird schnell klar, dass bei einem Auszahlungsplan mit Kapitalverzehr wesentlich höhere regelmäßige Zahlungen erfolgen können als bei einem Auszahlungsplan ohne Kapitalverzehr. Jedoch ist angesichts der ständig steigenden Lebenserwartung unbedingt auf die Wahl eines ausreichend langen Auszahlungszeitraumes zu achten, sonst steht der Anleger eines Tages vor dem Problem, dass die Zahlungen ausbleiben, weil das vorhandene Kapital vollständig ausbezahlt wurde.
Wer heute mit 65 Jahren aufhört zu arbeiten hat statistisch gesehen noch eine Rentenphase von mehr als 20 Jahren vor sich. Jetzt alles nur noch in festverzinsliche Wertpapieren anzulegen, wäre sicherlich nicht der richtige Ansatz. Vielmehr sollte das Kapital renditeorientiert sinnvoll auf mehrere Anlageklassen aufgeteilt werden. Die Wahl und Gewichtung dieser Assetklassen bestimmen größtenteils die Rendite und das Risiko eines Portfolios. Dabei unterscheiden wir die Aufteilungen wie folgt:
→ Wertstabile Portfolioanteile, das sind z.B. Festgeldanlagen, Geldmarktfonds, bonitätsstarke Staats,- und Unternehmensanleihen, Pfandbriefe. Diese Werte sind langfristig stabil, da sie direkt oder indirekt auch mit Garantien ausgestattet sind.
→ Chancenreiche Portfolioanteile
Hierzu zählen weltweite Aktien, Rohstoffe, Immobilienaktien. Da das Risiko mit Schwankungsbreite und potentieller Wertsteigerung zusammenhängt, sind diese Papiere langfristig für die Rendite zuständig.
→ Index-Strategien mit ETFs oder Asset Klassenfonds
Durch den Einsatz von kostengünstigen Indexanlagen wie ETFs und durch Verzicht auf laufende Umschichten innerhalb des Depots erhält der Ruheständler so eine optimierte Strategie mit niedrigen Verwaltungsgebühren bei gleichzeitig größtmöglicher, systematische Diversifikation über alle Märkte und Anlageklassen hinweg.
Im Gegensatz zu vielen anderen Anlagestrategien zielt der Einsatz von Indexstrategien nicht auf kurzfristige Gewinne sondern auf einen dauerhaft angelegten Anlageplan und Anlageerfolg durch die bewährte Buy and Hold Strategie. Da die ETFs jederzeit liquidiert werden können, eignen sie sich hervorragend für das Ruhestandsdepot.
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